Viele psychiatrische Erkrankungen haben die gleiche genetische Basis

        

        

Psychiatrische Erkrankungen wie Schizophrenie und bipolare Störungen laufen häufig in Familien ab.

In einer kürzlich durchgeführten Studie untersuchten Forscher die genetischen Verbindungen zwischen diesen und anderen Erkrankungen des Gehirns auf einer Skala, die weit über die bisherigen Arbeiten hinausgeht.

Sie fanden heraus, dass psychiatrische Störungen viele genetische Varianten aufweisen, während neurologische Störungen (wie Parkinson oder Alzheimer) deutlicher erscheinen.

 

 

Die Studie wirft den umfassendsten Blick auf den Zusammenhang zwischen genetischer Variation und Gehirnerkrankungen.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass psychiatrische Störungen wahrscheinlich auf molekularer Ebene wichtige Ähnlichkeiten aufweisen, die in den aktuellen Diagnosekategorien nicht berücksichtigt werden.

Die Erforschung dieser biologischen Zusammenhänge ist eine Herausforderung. Das Gehirn ist ein kniffliges Organ, das direkt untersucht werden kann und nur schwer im Detail zu untersuchen ist oder eine ethische Biopsie erfordert.

Und da Gehirnerkrankungen häufig zusammen auftreten, ist es schwierig, sich zu entwirren, wenn einer die Entwicklung eines anderen beeinflusst.

Um die biologischen Überschneidungen zwischen diesen Störungen zu untersuchen, müssen sich die Forscher auf die Genetik verlassen.

Für die aktuelle Studie haben internationale Konsortien ihre Daten gebündelt, um die genetischen Muster von 25 psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen zu untersuchen.

Da jede genetische Variante nur einen winzigen Prozentsatz des Risikos für die Entwicklung einer bestimmten Störung beiträgt, waren für die Analysen große Stichprobengrößen erforderlich, um zuverlässige Signale vom Rauschen zu trennen.

Die Forscher maßen das Ausmaß der genetischen Überlappung zwischen den Erkrankungen anhand genomweiter Assoziationsstudien (GWAS) von 265.218 Patienten und 784.643 Kontrollen.

Sie untersuchten auch die Beziehungen zwischen Gehirnerkrankungen und 17 körperlichen oder kognitiven Maßnahmen, wie zum Beispiel Bildungsjahren, von 1.191.588 Personen.

Der Datensatz umfasste schließlich alle GWAS-Konsortien, die häufige Erkrankungen des Gehirns untersuchten, die das Team mit ausreichenden Stichprobengrößen identifizieren konnte.

Die Endergebnisse zeigten eine weit verbreitete genetische Überlappung zwischen verschiedenen Arten von psychiatrischen Störungen, insbesondere zwischen Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHD), bipolaren Störungen, schwerer Depression und Schizophrenie.

Die Daten zeigten auch eine starke Überlappung zwischen Anorexia nervosa und Zwangsstörung (OCD) sowie zwischen OCD und Tourette-Syndrom.

Neurologische Erkrankungen wie Parkinson und Multiple Sklerose unterschieden sich dagegen deutlich von den psychiatrischen Erkrankungen – mit Ausnahme der Migräne, die genetisch mit ADHS, einer schweren depressiven Störung und dem Tourette-Syndrom korreliert war.

Nach Ansicht der Forscher deutet die hohe genetische Korrelation zwischen den psychiatrischen Erkrankungen darauf hin, dass die derzeitigen klinischen Kategorien die zugrunde liegende Biologie nicht genau widerspiegeln.

Als hypothetisches Beispiel könnte ein einziger konzentrationsregulierender Mechanismus sowohl unaufmerksames Verhalten bei ADHS als auch verminderte Exekutivfunktion bei Schizophrenie bewirken.

Weitere Erkundungen dieser genetischen Zusammenhänge könnten helfen, neue klinische Phänotypen zu definieren und die Behandlungsentwicklung und -auswahl für Patienten zu bestimmen.

Darüber hinaus waren die Forscher im Rahmen der kognitiven Maßnahmen überrascht, als sie herausfanden, dass genetische Faktoren bestimmte psychiatrische Störungen – Anorexie, Autismus, bipolare und OCD – prädisponieren, stark mit Faktoren korreliert waren, die mit kognitiven Maßnahmen im Kindesalter einhergingen Jahre Ausbildung und Hochschulabschluss.

Neurologische Störungen, insbesondere Alzheimer und Schlaganfall, waren jedoch mit diesen kognitiven Maßnahmen negativ korreliert.

Es war auch überraschend, dass die genetischen Faktoren, die mit vielen psychiatrischen Erkrankungen in Zusammenhang stehen, positiv mit dem Bildungsstand korreliert sind “, sagt Anttila.

Die Konsortien haben ihre GWAS-Daten online zugänglich gemacht, entweder frei zum Download oder auf Antrag.

Das Team plant, weitere Merkmale und genetische Varianten zu untersuchen, um diese Muster weiter zu untersuchen, um die relevanten Mechanismen und Pfade zu entdecken, die diesen Störungen zugrunde liegen und möglicherweise miteinander in Verbindung stehen.

Die Studie wurde von Co-Seniorautoren Benjamin Neale geleitet. Das Team besteht außerdem aus Forschern von mehr als 600 Institutionen weltweit.

Die Studie wurde in Science veröffentlicht.

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Quelle: Wissenschaft.

 

 

        

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